Assistent: Michael Romacker
Model: Elisabeth G. (Enzio M.)
Hair & Make-Up: Klaudia Wroblewski
Designer: Marisa Illanes Céspedes
Making-Of: https://vimeo.com/62179511
Lette-Verein Kampagne 2013 / Part 1
Lette-Verein Kampagne 2013 / Part 2
“Behind-the-Scenes”-Video für Lena Hoschek zur A/W-Kollektion 2013 / 2014.
- Nina Schmidt: Seit wann hattest du den Wunsch Fotograf zu werden und woher kam er?
- Nicholas Beutler: Es hat sich daraus entwickelt, dass ich schon immer gerne gezeichnet habe – es war sozusagen ein logischer Fortschritt vom kreativen Schaffen. Mit 15 habe ich mir meine erste kleine Digicam für die Brusttasche geholt, ab dann hat sich das Fotografieren immer wie ein roter Faden durch mein Leben gezogen. Als ich dann eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner gemacht habe, habe ich gemerkt, dass das gar nichts für mich ist. Ich habe abgebrochen, mich in Berlin am Lette-Verein für Fotodesign beworben und wurde genommen. Heute weiß ich, dass das die beste Entscheidung meines Lebens war.
- S: Warum wolltest du unbedingt nach Berlin?
- B: Ich liebe Berlins Ehrlichkeit. Ich habe das Gefühl, die Stadt verstellt sich nicht. Sie ist manchmal ein bisschen ruppig, hart und ständig im Wandel. Verglichen mit Paris oder London hat sich Berlin noch nicht ganz gefunden – die ständige Entwicklung der Stadt zu sehen ist sehr spannend.
- S: Vermisst du denn etwas aus deiner Heimat Speyer?
- B: Eigentlich nur Menschen, die mir dort wichtig sind. Es ist rückblickend gut gewesen, in so einem behüteten Umfeld aufgewachsen zu sein. Aber für meine jetzige Lebensphase halte ich Berlin für genau das Richtige. Es bleibt auch kaum Zeit, Langeweile oder Heimweh aufkommen zu lassen. Ich finde, die Zeit vergeht hier doppelt so schnell.
- S: Hast du auch vor, nach deinem Fotodesign-Studium in Berlin zu bleiben?
- B: Mein nächstes Ziel ist eigentlich erstmal das Ausland. Und da ich in die Modefotografie will wären New York, London oder Paris gut. Berlin gehört für mich noch nicht ganz zu diesen Modestädten. Allerdings gibt es die Fashion Week ja auch erst seit 2007 und es sprießen zur Zeit so viele neue Designer aus dem Boden. Wer weiß, wie es in fünf Jahren aussieht.
- S: Was war dein erstes richtiges Shooting?
- B: Ein Shooting mit farbigem Puder. Kristian Schuller hat es vor ein paar Jahren mal bei Germany’s Next Topmodel gemacht. Um für mich selbst herauszufinden, ob ich für den Job gemacht bin, hab ich es nachgemacht. Ich war beim Casting von Germany’s Next Topmodel und hab mir ein paar Mädels aus der Schlange gezogen. Es war eine geile Erfahrung das alles selbst zu organisieren – Models, eine Halle, Mehl, Farbe. Mittlerweile zeige ich die Bilder aber nicht mehr so gerne, weil ich sie heute ganz anders fotografieren würde.
- S: Wenn du sagst, du würdest das jetzt ganz anders fotografieren, was für einen Anspruch hast du denn dann heute an deine Bilder? Was sollen sie beim Betrachter auslösen?
- B: Was mir momentan bei vielen Fotografen auffällt ist, dass die Fotos wie aus einem Guss wirken. Sie sind technisch okay und sehen vielleicht ansprechend aus, aber sie erfinden das Rad nicht neu. Ich würde irgendwann gerne erreichen, dass meine Fotos meinen ganz eigenen Stil erkennen lassen. Mein Langzeitziel ist, dass eine Agentur mal sagt: „Okay, für dieses Projekt brauchen wir Herrn Beutler, weil nur der hat diesen bestimmten Stil.“ Da versuche ich langsam hinzukommen und herauszufinden, was genau mein Stil ist und wie ich einen Wiedererkennungswert kreiren kann. Was ich schon gemerkt habe ist, dass ich lieber seltener Jobs mache, aber dafür mit größeren Arrangements. Auf jeden Fall will ich Fotos machen, die man noch nicht oder noch nicht so oft gesehen hat.
- S: Du hast auch schon für Tommy Hilfiger geshootet, wie kam das zu Stande und seit wann machst du größere Aufträge?
- B: Das hat sich aus einer Schulaufgabe ergeben. Aufgabe war es, eine Modestory mit sportlichem Background zu fotografieren. Dann konnte ich Tommy Hilfiger als Sponsoring-Partner gewinnen und habe die Klamotten für das Shooting gestellt bekommen. Wenn die Fotos demnächst fertig sind, schicke ich sie ihnen und sie entscheiden, ob und wie sie sie verwenden – die Connection besteht jedenfalls schon mal. Im November habe ich für Zara geshootet und letzte Woche für Lena Hoschek. Nachdem ich mich mit 19 selbstständig gemacht habe, kommen jetzt mit 22 die ersten wichtigen Connections und Aufträge, an die ich schon immer mal ran wollte, zu Stande.
- S: Hast du bei solchen größeren Kunden die Möglichkeit selbst mitzubestimmen, wie die Fotos am Ende aussehen sollen oder hat der Kunde genaue Vorstellungen?
- B: Das kommt ganz auf den Kunden an. Ich arbeite zum Beispiel total gerne mit den Mädels von Lena Hoschek zusammen. Sie bringen zwar eigenen Input, aber lassen sich auch von einer Idee überzeugen, wenn sie gut argumentiert ist. Beispielsweise haben wir für die Fashion Week im Januar den Auftrag, in einer Art Making-Of-Video alles rund um Lena Hoschek einzufangen, aber sie überlassen uns, was wir daraus machen. Solche Fashion-Videos sind zur Zeit sowieso grade ziemlich im Kommen, daher versuche ich auch da, Erfahrungen zu sammeln. Dann gibt es aber auch Kunden, die stur auf ihrer Idee beharren, auch wenn sie nicht umsetzbar ist. In solchen Fällen ist es manchmal besser, einen Auftrag abzulehnen, als sich vergeblich an etwas zu versuchen, was am Ende sowieso nicht gut aussehen wird.
- S: Du fotografierst auch Portraits. Was macht für dich ein gutes Portrait aus?
- B: Die Portraits, die ich bis jetzt gemacht habe entsprechen noch nicht wirklich denen, die ich mal machen will. Bis jetzt habe ich normale Portraits im Studio gemacht, um mich so ein bisschen an das Thema ranzutasten. Mein Portrait-Vorbild ist Martin Schoeller, der auch mal am
- Lette-Verein studiert hat. Er setzt die Person immer in ein Umfeld, das für sie typisch ist und baut dabei noch einen kleinen Witz mit ein. Beispielsweise Tony Hawk, der in seiner Küche einen Skateboard-Trick macht. Wieder würde ich gerne Bilder machen, die man noch nicht so oft gesehen hat, sondern eher welche, die etwas erzählen.
- S: Hast du ein Traumshooting, das du unbedingt mal machen willst?
- B: Ein Traumshooting nicht unbedingt, aber mein Langzeitziel ist es, auf ein Vogue-Cover zu kommen. Am Liebsten auf die französische oder italienische Vogue. Wenn ich das geschafft habe, kann ich mir erstmal auf die Schulter klopfen. Ich habe auch einen Ordner, in dem ich ganz viele Shooting-Ideen sammle. Mit denen verdiene ich ja aber so aus dem Stand heraus kein Geld. Wenn ich später Zeit habe, will ich dann immer mal eine Akte rausziehen und das Shooting umsetzen, eins nach dem anderen. Als freie Arbeit quasi.
- S: Das hört sich so an, als ob du wirklich eine Leidenschaft für die Fotografie hast. Glaubst du, du hast deinen Traumjob gefunden?
- B: Absolut. Ich liebe das Geräusch, wenn meine Kamera klickt. Um in seinem Job nicht die Motivation zu verlieren, muss man wirklich lieben was man macht, und das tue ich auf jeden Fall.
- S: Was war bis jetzt dein Lieblingsshooting?
- B: Das Zara-Shooting. Das war wieder eine Aufgabe von der Schule aus. Wir sollten eine dreiteilige, fiktive Werbekampagne fotografieren. Ich habe versucht, den Zara-Stil gut zu treffen. Wenn man anfängt, arbeitet man erstmal mit Nachwuchsmodels und Nachwuchsvisagisten zusammen. Das kann ziemlich anstrengend sein. Bei diesem Shooting habe ich das erste Mal richtig investiert und einen klaren Unterschied in der Qualität der Fotos gemerkt.
- S: Du hast vor Kurzem den zweiten Platz bei einem Foto-Contest von Samsung erreicht. Wie lief das ab?
- B: Das war ein von Samsung ausgerichteter Wettbewerb, bei dem verschiedene Fotoschulen mitgemacht haben. Ich habe ein Foto eingereicht, auf dem Familien bei den Springbrunnen am Kanzleramt baden und gerade ein Kind im Sprung zu sehen ist. Ich habe den zweiten Platz gemacht und ein Preisgeld von 2000€ bekommen. Von dem Geld will ich nächsten Sommer nach New York fliegen und ein paar Fotografen meine Mappe zeigen. Ich würde sehr gerne mal eine Zeit lang in New York arbeiten, wenn auch erstmal als Assistent.
- S: Das heißt, dein Zukunftsprojekt ist New York?
- B: Genau. Ich bin 2014 fertig mit dem Studium und würde dann am Liebsten einem namhaften Modefotografen in New York assestieren und nebenher weiterhin selbstständig Projekte machen. Anfang nächsten Jahres mache ich das Making-Of zur neuen Ergo-Versicherungen Kampagne, und dann ist ja auch schon wieder Fashion Week. Ich habe jetzt schon Aufträge für September 2013. Das neue Jahr geht also auf jeden Fall schon mal gut los und wird wahrscheinlich nochmal einen Tick anstrengender und spannender als das jetzige.
- S: In 10 Jahren siehst du dich also als Modefotograf im Ausland?
- B: Ja, als erfolgreicher Modefotograf im Ausland! Genau, ich wünsche mir, dass ich eben gut davon leben kann und einen Ort gefunden habe, an dem ich gerne bleiben will.
- von Nina Schmidt
“Fictional Zara-Campaign”
Making-Of: https://vimeo.com/53088809
Assistant: Michael Romacker
Outfits: sponsored by Zara
Styling: Chantal Drywa
Models: Katrine A. / Denny H. (on°1 ModelManagement)
Hair & Make-Up: Janine Bohn
Assistant: Michael Romacker
Model: Olga P. (on°1 Model Management)
Hair & Make-Up: Janine Bohn
“The Transients”
shot in October 2012
Making-Of https://vimeo.com/55845230
Assistanst: Ronny Zimmermann & Valentin Beutler
Plane Assistant: Tobias Decker
Outfits: Tommy Hilfiger
Models: Adeline M. / Claudia W. (Manigoo)
Hair & Make-Up: Lena Gehrig
Das Making-Of zu meiner neuen Serie “The Transients”. Coming later today!




